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Megayacht kaufen: Preise, Crew und Betriebskosten im Überblick

Redaktion · Aktualisiert 2026-10-14 · 5 Min. Lesezeit

Wer eine Megayacht kaufen will, sollte zuerst die Betriebsrechnung machen und dann den Preis betrachten. Ab etwa 24 Metern gelten Yachten als Superyachten und brauchen eine professionelle Crew. Als Faustregel liegen die Jahreskosten bei rund 10 Prozent des Yachtwerts, bei einer 20-Millionen-Yacht also bei 2 bis 3 Millionen Euro.

Was als Megayacht gilt

Die Begriffe sind nicht genormt. Der Preis-Ratgeber von yachtkaufen.com bezeichnet professionell gecrewte Yachten ab etwa 24 Metern als Superyachten. Megayachten sind umgangssprachlich die größeren Schiffe, häufig ab 40 bis 50 Metern. Auf yachtkaufen.com hat die Kategorie Megayachten eine eigene Seite. Die Seite beschreibt sich als Bootsmarkt von privat an privat, ohne Provision. Ob dort Schiffe dieser Klasse tatsächlich gelistet sind, sollten Sie im Einzelfall prüfen, denn zum Zeitpunkt unseres Abrufs waren laut Startseite die ersten Inserate erst „in Kürze“ angekündigt.

Wer gezielter nach Alternativen sucht, findet unter Motoryacht kaufen die Mittelklasse und unter Yacht kaufen Preis eine Einordnung kleinerer Modelle.

Preisniveau: Angebotspreise, keine Verkaufspreise

Der Ratgeber Was kostet eine Superyacht fasst Marktdaten zusammen. Für 2019 nennt er laut Edmiston (440 Yachten) einen durchschnittlichen Angebotspreis von 8,1 Mio. Euro, aufgeteilt nach Länge.

Länge Durchschnittlicher Angebotspreis (2019)
40–50 m 11,42 Mio. €
50–70 m 24,15 Mio. €
über 70 m 81,2 Mio. €

Der Einstieg liegt bei älteren, kleineren Yachten um 150.000 Euro, das obere Ende bei etwa 175 Millionen. Für Oktober 2026 nennt der Ratgeber unter anderem diese Angebote von Northrop & Johnson:

  • Mangusta 130 (39,65 m, 2011): 5,8 Mio. €
  • Benetti 120 ft (36,6 m, 2009): 4,9 Mio. €
  • Sanlorenzo 121 ft (36,93 m, 2021): 10,9 Mio. €
  • Princess X95 (28,96 m, 2021): 9,95 Mio. US-Dollar

Das sind Angebotspreise. Verkaufspreise liegen in der Regel darunter, werden aber meist nicht veröffentlicht.

Kernaussage: Bei Megayachten sind die Betriebskosten über wenige Jahre eine zweite Kaufsumme. Wer nur den Kaufpreis plant, plant falsch.

Betriebskosten: Crew, Refit, Liegeplatz

Die Zahlen stammen laut Ratgeber von Edmiston und Fraser und sind keine Garantie für Ihr Schiff.

Länge Jahreskosten ohne große Refits (Edmiston)
30 m 300.000–500.000 €
40 m 500.000–1 Mio. €
50 m 1,3–2,5 Mio. €
60 m 2–3,5 Mio. €

Crew

Die Crew ist laut Fraser der größte Kostenblock. Mittelgroße Yachten haben typischerweise 8 bis 15 Besatzungsmitglieder, bei größeren Schiffen liegt das Personalbudget oft über 1 Million Euro jährlich. Als Beispiel nennt der Ratgeber 6 Crewmitglieder auf einer 40-Meter-Yacht: etwa 320.000 bis 456.000 Euro Grundgehälter pro Jahr. Kapitäne verdienen laut YPI Crew 2026 monatlich 6.000 bis 9.000 Euro (30–40 m) und 10.000 bis 16.000 Euro (50–60 m).

Wartung, Versicherung, Refit

Planmäßige Wartung kostet etwa 5 bis 10 Prozent des Kaufpreises pro Jahr, die Versicherung 0,5 bis 2 Prozent des Werts (beides Fraser). Refits stehen typischerweise alle 5 bis 7 Jahre an und kosten oft Millionen.

Kraftstoff und Hafen

Für eine 71-Meter-Yacht nennt der Ratgeber rund 338.000 Euro Kraftstoff und etwa 295.000 Euro Liegeplatzkosten pro Jahr. Wie wenig davon auf kleine Boote übertragbar ist, sehen Sie in Yacht Unterhaltskosten.

Registrierung und Flagge

Ab einer gewissen Größe spielt die Flaggenwahl eine Rolle. Das Cayman-Register nennt der Ratgeber ab dem 1. April 2026 mit Registrierungsgebühren von 1.750 US-Dollar (unter 400 GRT) beziehungsweise 2.250 US-Dollar (ab 400 GRT), dazu eine jährliche Tonnagegebühr ab 600 beziehungsweise 800 US-Dollar. Das ist ein Beispiel, kein Rat. Steuer- und Flaggenfragen gehören zu einem spezialisierten Anwalt für Yachtrecht und einem Steuerberater. Was bei Einfuhr und Mehrwertsteuer gilt, lesen Sie in Yacht Mehrwertsteuer Nachweis.

Kaufprozess in fünf Schritten

  1. Nutzung und Fahrtgebiet festlegen, Charterpläne nüchtern kalkulieren.
  2. Jahreskosten nach Länge hochrechnen.
  3. Broker oder Direktkontakt zum Eigner wählen und Angebotsunterlagen anfordern.
  4. Unabhängige Besichtigung, Gutachten und Probefahrt, vgl. Yacht Gutachter Kosten.
  5. Kaufvertrag mit Eigentumskette und Steuerstatus, mehr in Yacht Kaufvertrag.

Wer zunächst die Basis sucht, schaut sich die Startseite von yachtkaufen.com an, die Boote nach Typ gliedert. Prüfen Sie aktuelle Preise immer direkt beim Anbieter.

Wer sich eine Megayacht tatsächlich leisten sollte

Die nüchterne Frage lautet: Welches Vermögen und welcher Cashflow stehen hinter dem Kauf? Wenn die jährlichen Betriebskosten bei zehn bis fünfzehn Prozent des Werts liegen, braucht eine Yacht für 10 Millionen Euro ein Jahresbudget von 1 bis 1,5 Millionen Euro, bevor überhaupt ein Törn stattfindet. Der Ratgeber von yachtkaufen.com nennt Charter als Möglichkeit, einen Teil zu refinanzieren, weist aber unter Verweis auf Fraser darauf hin, dass sie die Kosten selten vollständig deckt. Das heißt: Wer mit Charter rechnet, plant besser einen Verlust ein und betrachtet Einnahmen als Zugabe.

Dazu kommt der Wertverlust. Die Angebotspreise der Tabelle zeigen, wie breit die Spanne bei Baujahr und Typ ist: Ein Sanlorenzo von 2021 steht mit 10,9 Mio. Euro im Angebot, ein Benetti von 2009 mit vergleichbarer Länge bei 4,9 Mio. Euro. Ein Teil der Differenz ist Alter, ein Teil Ausstattung und Marke. Beides lässt sich ohne Besichtigung nicht trennen.

Broker, Direktkauf und Beratung

Im Segment oberhalb von 24 Metern arbeiten meist spezialisierte Broker. Sie übernehmen Vermarktung, Verhandlung und oft die Abwicklung. Dafür fällt in der Regel eine Provision an, deren Höhe Sie im Einzelfall erfragen müssen. Ein Direktkauf vom Eigner kann diese Provision sparen, verlangt aber mehr eigene Sorgfalt bei Prüfung, Vertrag und Steuerstatus. Ein Beispiel für den Direktkontakt zwischen Eigner und Käufer ist der Bootsmarkt yachtkaufen.com, der nach eigener Angabe keine Provision erhebt und nur den Kontakt herstellt.

Unabhängig vom Weg gilt: Ziehen Sie früh einen Anwalt für Yachtrecht, einen Steuerberater mit Erfahrung im Seeschiffbereich und einen unabhängigen Surveyor hinzu. Deren Kosten sind im Verhältnis zum Kaufpreis gering, die Risiken von Flagge, Mehrwertsteuer und Eigentumsnachweisen dagegen erheblich.

Gutachten und Prüfung bei großen Yachten

Bei großen Yachten prüft ein Surveyor nicht nur Rumpf und Motoren, sondern auch Stabilisatoren, Generatoren, Klimaanlagen, Wassermacher, Elektronik und die Wartungsdokumentation der Klasse. Die Prüfung dauert mehrere Tage, und der Kaufvertrag enthält häufig Rücktrittsrechte, die vom Ergebnis abhängen. Die Grundlogik gleicht der bei kleineren Booten, nur dass der Umfang größer und das Honorar entsprechend höher ist. Eine Einführung in das Vorgehen finden Sie in Yacht Gutachter Kosten.

Merksatz: Je größer das Schiff, desto weniger zählt der Preis pro Meter und desto mehr zählt die Dokumentation von Wartung, Klassifikation und Eigentum.

Häufige Fragen

Ab wann spricht man von einer Megayacht?

Professionell gecrewte Yachten ab etwa 24 Metern gelten allgemein als Superyachten. Der Begriff Megayacht wird meist für größere Einheiten ab etwa 40 bis 50 Metern verwendet.

Was kostet eine Megayacht im Betrieb?

Als Faustregel nennt Edmiston rund 10 Prozent des Werts pro Jahr, Fraser nennt 10 bis 15 Prozent. Bei 50 Metern sind es laut Edmiston 1,3 bis 2,5 Mio. Euro jährlich ohne große Refits.

Was ist der größte Kostenblock?

Die Crew. Bei Yachten mit 8 bis 15 Besatzungsmitgliedern liegen die Personalkosten laut Fraser oft über einer Million Euro pro Jahr.

Lohnt sich Charter zur Gegenfinanzierung?

Charter senkt die Kosten, deckt sie aber laut Fraser selten vollständig.

Quellen